Offener Brief an mein Handy

26 11 2007

Liebes LG Chocolate,

bisher assoziierte ich Deinen Namen mit edler dunkler Schokolade. Das hat sich gestern Abend grundlegend geändert. Wenn ich nun an Dich denke, muss ich auch an etwas Braunes denken. Nur ist das alles andere als süß und lecker (ich will das an dieser Stelle nicht weiter ausführen). Bisher hatte ich keine großen Anforderungen an Dich. „Telefonieren“ stand in meiner Jobdescription. „Schlank und hübsch aussehen. Nicht zu schwer auf der Tasche liegen.“, waren meine Anforderungen. Um Termine und E-Mails bräuchtest Du Dich nicht zu kümmern, sagte ich, das machen andere für Dich. Und über ein Jahr war ich glücklich mit Dir. Dass Du wirklich nicht mehr kannst als dies, konnte ja Keiner ahnen.


Gestern Abend wollte ich nun doch etwas mehr von Dir. Ich finde ich habe ein Recht darauf. Wenn Du dich recht erinnerst, hatte ich ja mal rund zehn Photos mit Dir gemacht. Damals, als Du noch jung warst. Und gestern brauchte ich die wieder. Katzencontent musste her und Du hattest noch welchen. Also schnell mal Bluetooth aktiviert und mit Mr. Laptop verkuppelt. Bild rausgesucht und „Senden per Bluetooth“ angewählt. Warum konntest Du mir diesen einfachen Gefallen nicht tun? Einfach mal schnell ein paar Bilder rüberschicken. Umgekehrt (von Mr. Laptop zu Dir) ging’s doch auch!

Ok, dachte ich, hast ’nen schlechten Tag und Bluetooth ist ja noch neu für Dich. Also das USB-Kabel rausgekramt und angestöpselt. Wolltest Dich aber nicht zu erkennen geben. Vielleicht ein wenig schüchtern, die Kleine. Also Software und Treiber von CD Installiert (Deine Liebe Mutter war sich ja zu fein, funktionierende Support Seiten anzubieten). Aber Du bliebst schüchtern.

Ein Neustart täte Dir sicher gut, dachte ich, und tatsächlich gabst Du Dich nun zu erkennen. Aber Bilder wolltest Du immer noch nicht zeigen. Deine übertrieben langsame Striptease Show machte mich leider nicht an. Auf das Fallen jeder Ebene Deines Dateisystems musste ich zehn Minuten warten. Und als es dann spannend wurde und ich endlich hätte mehr sehen können, gingst Du einfach weg.

Vielleicht bist Du ja bei Deinesgleichen nicht so schüchtern, dachte ich und brachte Dich mit Mrs. Moto Razr zusammen. Klar, der hast Du natürlich sofort, Deine Bilder gegeben. Ist ja genau so eine faule Nixkönnerin wie Du. Aber Mrs. Razr wollte die Dinger auch nicht mehr rausgeben. Die Bilder seinen ihr zu groß, maulte Sie. Ihr steckt doch alle unter einer Decke!

Aber jetzt hab ich Dich! Oh, süße Genugtuung! Heute morgen, zusammen mit Deinem Erzfeind, dem PDA, hab ich Dich geknackt. Leichtfertig gabst Du Ihm Deine Dateien, nicht ahnend, dass er und Mr. Laptop und mir treu ergeben sind. Und eines sag ich Dir, „Schoki“, bei nächster Gelegenheit geb ich Dich weg. Dann kannst Du Dir Deine blöden Photos sonstwohin speichern und bei Ebay Prinzessin spielen. Und solltest Du vor Ablauf des Vertragszeitraums nochmal Zicken machen, dann hole ich Deinen hässlichen, buckeligen Bruder Nokia wieder zurück und der zeigt Dir mal wie Kommunikationsfreudigkeit und Demut wirklich aussehen!

Dein Herr und Gebieter.


Aktionen

Information

2 responses

30 11 2007
Mainbube

So ist es recht, auch mal die menschliche Seite der Geräte ansprechen.

1 12 2007
Copilotin

Vielleicht macht es mit meinem das heute auch endlich nach 2 Jahren in die ewigen Jagdgründe entlassen wird (halleluhja) eine Selbsthilfegruppe auf -wenigstens hattest du die emotionale Stärke dich noch gebührend zu verabschieden – ich werds einfach verbannen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: